Auf Sand gebaut . . .

Renovierung der Gemeindehaussandsteinmauerhaben wir mit St. Willibald ganz bestimmt nicht!
Aber die für den Bau vor Hunderten von Jahren verwendeten Steine sind Buntsandsteine.
Weil der Transport des Materials damals noch sehr aufwendig war, ist dieses – soweit möglich – in der näheren Umgebung der Baustelle gebrochen worden, und das war für unser Kirchengebäude und das Pfarrhaus die Gegend um Nürnberg.
Auch wenn der Stein die Witterung und die Umwelteinflüsse sehr gut überdauert hat, der Zahn der Zeit hat doch an ihm genagt. Insbesondere das in der Neuzeit im Winter verwendete Streusalz, was in Verbindung mit Wasser eine sehr aggressive Flüssigkeit ergibt und durch die vielen Fahrzeuge als Salznebel aufgewirbelt wird.
Sehr deutlich sichtbar ist das auf der Südseite unseres Gemeindehauses: bis in ca. 1m Höhe über dem Gehweg sind die Fugen zwischen den Steinquadern stark ausgewaschen und die Steine selbst haben auf der der Straße zugewandten Seite einen Teil ihrer festen Konsistenz verloren. Selbst beim festen Darüberreiben nur mit der bloßen Hand bröselt der „Sandstein als Sand“ auf den Boden.
Ähnliches mußten wir auch auf der Nordseite des Gemeindehauses, sowie im Sockelbereich des Jugendhauses und den Eingängen zu den Treppenhaustürmchen der Kirche feststellen. Hier jedoch mit deutlich weniger Auswirkung, schließlich tritt dort der aggressive Salznebel nur in geringem Umfang auf.
Derzeit ist eine auf die Arbeiten mit Sandstein spezialisierte Firma damit befaßt, die losen Teile der Sandsteine abzufräsen bzw. aus den Fugen zu klopfen.
Diese werden dann durch die auf die notwendige Größe geschnittenen Steinplatten des „Nürnberger“ Buntsandsteines ersetzt und die Fugen mit geeignetem Mörtel (Trasskalkputz) ausgefüllt. Hinsichtlich der Farbgebung ist dieses Material sehr passend zum Farbton der damals verwendeten Sandsteine.
Im Bild sind sehr gut die Fehlstellen im Mauerwerk (rechte Bildseite) und die mit der Ausbesserung eingesetzten neuen Buntsandsteinplatten (linke Bildseite) zu sehen.
Voraussichtlich bis ca. Mitte Mai werden die Arbeiten abgeschlossen sein, und unsere Gebäude hoffentlich dann wieder für lange Zeit den Unbilden der Natur trotzen können.
 
Georg Warnick, Bauausschuss St. Willibald